Loslassen – durchstehen – ankommen

Eine transdisziplinäre Studie zur rezenten Situation Geflüchteter in Österreich

Das im Rahmen des ÖAW-“Network for Refugee Outreach and Research” (ROR-n) in Kooperation mit dem Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien durchgeführte Projekt will anhand wissenschaftlich exakter Daten einen Beitrag zu einer Versachlichung der öffentlichen Diskurse über Geflüchtete leisten.

Theorien zu sozialen Netzwerken und zur Ethnizität werden als wichtige theoretische Ansätze herangezogen. Praktisch orientierte Ziele liegen in der Entwicklung von Politikempfehlungen, in umsetzbaren Good-Practice-Maßnahmen für Stakeholder sowie in nachhaltigen Lösungsvorschlägen in unterschiedlichen Integrations-bereichen. Des Weiteren ist intendiert, die Ergebnisse des Projekts in eine Panelstudie über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren einfließen zu lassen.

Methodisch sind rund 100 leitfadengestützte narrative biographische Interviews mit SyrerInnen, IrakerInnen und AfghanInnen durch Native-Speaker in Kurdisch, Arabisch und Farsi-Dari geplant, Großteils in Wien, aber auch in einigen kleineren österreichischen Gemeinden. Fokusgruppendiskussionen und ein Sample von ExpertInneninterviews mit VertreterInnen aus Politik und Administration, RepräsentantInnen werden das Datenset vervollständigen. Zusätzlich befassen sich mehrere Masterarbeiten von Studierenden der KSA mit den besonderen Herausforderungen der Integration von Flüchtlingen und AsylwerberInnen in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem in Österreich.

Hard Facts

Projektdauer: März 2017 - Februar 2019

Finanzierung: Innovationsfonds der ÖAW

Projektleitung: MMag.DDr. Josef Kohlbacher (Institut für Stadt- und Regionalforschung, ÖAW), Mag.Dr. Maria-Anna Six-Hohenbalken (Institut für Sozialanthropologie, ÖAW) und Mag.Dr. Gabriele Rasuly-Paleczek (IKSA)

Mitarbeiterinnen: Sabina Bauer-Amin, MA (ISA), Dr. Leonardo Schiocchett (ISA), Dr. Marie Lehner, BA (Institute for Urban and Regional Research, Mag.Dr. Ursula Reeger (ISR) und Mona Röhm, MA (ISR)


Nachbarschaft im Wandel

Einflussfaktoren auf nachbarschaftliches Zusammenleben und Schlussfolgerungen für die Planung im Wohnbau  - Eine qualitative Studie

Das rasante Bevölkerungswachstum der Stadt Wien geht mit mehreren Entwicklungen einher. Wien ist eine fluktuierende Stadt geworden, aufgrund der einzigartigen Grenzlage noch stärker als andere Europäische Metropolen. Das ist nicht zuletzt auf veränderte Arbeitsbedingungen zurückzuführen und die damit verbundene Mobilität, die zu immer kürzeren Aufenthalten führt. Die Veränderung der Arbeitswelt steht im Einklang mit der Digitalisierung, sowie mit dem Wandel und der Vervielfältigung der Lebensstile. Diese und andere Entwicklungen stellen die Planung im Wohnbau vor immer neue Aufgaben. In Wien wurden in den letzten anderthalb Jahrzehnten viele Wege und Strategien erprobt, um sich den Herausforderungen, nach dem Prinzip der Sozialen Nachhaltigkeit, zu stellen.

Im Angesicht der Entwicklungen und der erprobten Ansätze stellt sich daher die Frage, was dies für das Zusammenleben in Wohngebieten bedeutet, die seit Anfang der 2000er Jahre in Wien entstanden sind. Das Projekt sieht die exemplarische Untersuchung von Monte Laa vor, einem Stadtteil mit seit einigen Jahren besiedelten, geförderten Wohnbauten aus verschiedenen Generationen, dessen Wachstum noch nicht abgeschlossen ist. Vor diesem Hintergrund geht das Forschungsprojekt drei Fragen nach:

  • Wie hat sich das nachbarschaftliche Zusammenleben im Stadtteil Monte Laa bislang entwickelt und in welchem Zusammenhang steht dies mit erprobten Planungsmaßnahmen?
  • Wie beeinflussen sich das Zusammenleben bzw. die Planungsmaßnahmen und erkennbare Bevölkerungsfluktuationen im Stadtteil?
  • Welche Schlüsse können daraus für die Planung weiterer geförderter Neubauten gezogen werden, insbesondere in Bezug auf das Gemeinschaftsleben bzw. auf die soziale Nachhaltigkeit als Planungskriterium?

In der Erforschung von Stadt- und Wohnräumen ist die sozial-räumliche Analyse üblich. Das Projekt will gezielt die zeitliche Analyse des Nachbarschaftslebens in den Mittelpunkt stellen. In Sinne einer vertieften qualitativen Analyse, wird auf 2011 zum selben Stadtteil gesammeltes, empirisches Material Bezug genommen, etwa in dem dieselben Personen interviewt werden. So sollen Veränderungsprozesse sichtbar nachvollzogen werden.

Hard Facts

Projektdauer: April 2018 - Jänner 2019

Finanzierung: Wiener Wohnbauforschung, MA 50, Referat Wohnbauforschung und internationale Beziehungen

Projektleitung: Daniele Karasz


Gangs, Brands and Intellectual Property Rights: Interdisciplinary Comparative Study of Outlaw Motorcycle Gangs and Luxury Brands

In 2010, Hells Angels Motorcycle Club, the most famous and most powerful outlaw motorcycle club in the world, operating in more than fifty countries across the world, sued Alexander McQueen, the iconic fashion designer, for trademark infringement. This case brought to light the Hells Angels obsession with protection of their intellectual property, an obsession that has since the 70s slowly spread across the world of outlaw motorcycle clubs at large. The fact that the most notorious and self-proclaimed outlaws take recourse to the very law they attempt to disregard raises questions about the nature of the encounters across the legal and illegal as well as of the strategic use of legal protection afforded by, for instance, the trademark law. The project aims at understanding the ways in which outlaw motorcycle clubs use the law and legal businesses to further their interests and acquire power across the spaces of legality and illegality. The project will specifically focus on outlaw motorcycle clubs in central Europe (Austria, Czech republic and parts of Germany) and will utilize ethnographic and historical research, combined with media and legal analysis.

Hard Facts

Project Duration: August 2016 – September 2018 (as Senior Visiting Researcher)

Project Leader: Tereza Kuldova

Website: https://www.tereza-kuldova.com/projects


Placing Memories: Ageing labour migrants in Vienna

Austria’s so-called “guest workers” (Gastarbeiter), who immigrated from former Yugoslavia and Turkey in the 1960s and 1970s, are now reaching retirement age. In Vienna, where the majority of them have settled, one-third of the population 55 years and older will soon be first-generation migrants. Although these labour migrants have shaped Vienna for more than half a century, their histories and vital contribution to Austria’s post-WWII economic success are not collected and commemorated (e.g. in memorials, street names) and have not become a part of Austria’s national collective memory. By locating and analysing ageing labour migrants’ memory places, this study explores how these histories are remembered outside of national commemoration practices.

This study will probe into the nature of mnemonic practices in an ethnically diverse context and will explore the role of place as a mnemonic device in the context of migration, ageing and multi-locality. Thus, this study on ageing migrants facilitates a discussion of memory, migration, and place – three research fields that have not yet been systematically studied in their interrelation. This is achieved via a mix of innovative qualitative methods including memory-guided city walks, semi-structured narrative interviews and participant observation. The ageing labour migrants’ memory places are expected to inherit a transnational dimension reflecting the migrants’ mobility and their multi-locale past. In order to capture this transnational dimension in its full capacity, I will accompany a select number of informants to their country of origin. This approach penetrates the still-persistent concentration on memory and place within a tight national framework. This study will trigger novel empirical findings on ageing labour migrants and will provide ample opportunity for developing theoretical insights in the interdisciplinary fields of migration studies, memory studies, anthropology of ageing and the intersection of said fields.

Hard Facts

Project Duration: Juli 2015 - Juli 2018

Funding: Austrian Science Fund, FWF-T 702

Project Leader: Monika Palmberger


Integrationsverläufe Asylberechtigter und subsidiär Schutzberechtigter aus Afghanistan in Österreich

Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab den Wertewandel und die Veränderungen der Erwartungshaltungen von Asylberechtigten aus Afghanistan im kontextuellen Verlauf ihrer sozialen und strukturellen Integration in die österreichische Gesellschaft und deren Systeme (Bildungssystem, Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt etc.) zu analysieren. Untersuchte Zielgruppe sind afghanische Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte in Wien, NÖ und OÖ; über-18-jährige ehemalige UMF inkludierend, mit divergierender Aufenthaltsdauer, unterschiedlichem ethnisch-konfessionellem Background sowie nach soziodemographischen Variablen (Alter, Bildungsniveau) breit aufgefächert.

Hard Facts

Projektdauer: März 2017 - Mai 2018

Finanzierung: BMEIA

Projektleitung: MMag.DDr. Josef Kohlbacher (Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW) und Mag. Dr. Gabriele Rasuly-Paleczek (IKSA)

MitarbeiterInnen: Marie Lehner, BA (Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW) und Doris Friedrich, BA (IKSA)


‘Postdoc Track Pilotprogamme’ grant, project working title: ‘Imagining a “smart” future in Southeast Asia’

The aim of this grant is to enable scholars in the immediate post-doc phase to work on publications, develop project proposals and establish international contacts. The project that is being elaborated aims to explore imaginings and anticipations of the future in urban Southeast Asia. The project builds on previous work on social cognition in a work context in North Africa, where planning and imaginative perspective taking took centre stage in the work process.

Hard Facts

Project Duration: February 2017 - July 2017

Funding: Austrian Academy of Sciences (Postdoc Track Pilotprogramme)

Project Grantee: Barbara Götsch


Diversity and Coexistence in a Peaceful Balkan Border Region: The Shkodra/Skadar region in the forefront of EU-Accession

This project explores patterns and dynamics of socio-cultural heterogeneity and coexistence in the Shkodra/Skadar region along the Albanian/Montenegrin border against the background of contemporary European/EU models and policies of multiculturalism and diversity. The chosen region is a fruitful ground for comparison since it includes: two national-state contexts (Albania and Montenegro) with "inverse" minority groups (Serb/Montenegrins and Albanians); pronounced ethnic and religious diversity (including a similar religious "constellation" of the coexistence of Orthodox Christianity, Catholicism and Islam); common and yet different historical legacies (e.g. Ottoman Empire, Venice, Socialism); the present context of EU-accession; similar historical social structures and ideologies (tribes/clans, patriarchy). The first major concern of the project is exploring the contemporary "encounter" between this multiethnic and multi-confessional border region of South-Eastern Europe and European/EU models and policies of multiculturalism and diversity. The second major concern of the project is the inquiry into points of reference people from the region use – with a primary focus on minorities – in their life stories, family histories (and genealogies) and everyday lives to describe and locate their sense of belonging. The third major concern of the project is to illuminate how the Shkodra/Skadar region managed to stay peaceful in spite of violent conflicts in the direct neighbourhood, ethnic tensions and the influx of a large number of refugees. The theoretical reference points relevant for the project are: discourses on the "Balkans"; multiculturalism and diversity; Identity/Ethnicity/Nationalism; anthropology of the state; and anthropological contributions to the study of the region. A multidimensional and multilevel research design will allow for focussing on the dimensions of grammars/regimes, agents and everyday practices of diversity and the levels of the individual, the family and formations of civil society, yet will continuously take into account the national and transnational macro-levels of the state, the region and the EU. The methodology will consist of fieldwork/multi-sited ethnography, regional comparison and qualitative interviews. The project builds on my long-time research on civil society and transformations of value-systems in the context of post-socialism and the paradoxical/ambivalent construction of the "Balkans" and its impact on contemporary socio-political realities in the region. The envisaged outcome of the project is an ethnography which explanatory portrays the dynamics of diversity and coexistence in the Shkodra/Skadar border region against the prospective EU-membership. In the wider sense the proposed project will represent a substantial contribution to comparative studies of multiethnic and multi-confessional border regions in Europe and hence contribute both to anthropological and social science discussions of multiculturalism/diversity and European diversity and minority policies. 

Hard Facts

Project Duration: December 2014 - December 2017

Funding: Austrian Academy of Sciences 

Project Leader: Jelena Tošić 


Cityscalers

Many cities today highlight their diversity -mostly cultural dlversity- as part of the struggle through which they (re)position themselves in relation to other cities both within and across state boundaries. Cities are constantly reinventing their diversities and migrants are one ot the crucial actors of this process. This project is a comparative analysis of the ways cultural diversity, migrant incorporation and transnational networks and the processe of urban renewal become intimate!y intermeshed in the context of neo!iberal urbanism. lt explores the re!ationship between the dynamic restructuring of urban life and the variation in migrants' insertion into local economies and politics within a global perspective in cities of different scale, namely in Vienna, Berlin, Budapest, Manchester and Marseille.

Hard Facts

Project Duration: 2012-2014

Funding: WWTF

Project Leader: Ayse Caglar

Project Team: Nina Glick Schiller (Senior Advisor, Manchester University), Claire Bullen (Marseille, Manchester University), Florian Huber (Vienna & Linz, University of Vienna), Melinda Szabo (Budapest & Pecs, CEU Budapest), Baris Ulker (Berlin & Essen, Metropolitan Program, Berlin)