Mag. Dr. Franz Graf

Lehr- und Forschungsbeauftragter (PostDoc)

Kontakt

Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
Universitätsstraße 7, 1010 Wien
NIG, 4. Stock
Raum: A0404

E-Mail: franz.o.graf@univie.ac.at
Homepage: https://ksa.univie.ac.at/

Sprechstunden

Termin per E-Mail: franz.o.graf@univie.ac.at

Lehre

Aktuelle Lehrveranstaltungen: u:find

Vergangene Lehrveranstaltungen: u:find

Forschungsschwerpunkte

  • Umweltanthropologie (Mensch-Umwelt-Beziehungen, Politische Ökologie, Wahrnehmung)
  • Religionsanthropologie (Religiöse Bewegungen, Neo-Paganismus, meaning making)
  • Medizinanthropologie (Schamanismus/Neo-Schamanismus, embodiment, Affekt)
  • Forschungsmethoden (Ethnographie, teilnehmende Beobachtung, visuelle Methoden)

  • Regional: Mexiko, Neuseeland, England, Österreich

Kurzbiographie

Franz Graf studierte Sozial- und Kulturanthropologie sowie Medizinanthropologie an der Universität Wien und der Brunel University London. Während seiner Doktorarbeit, mit dem Ziel, ein ethnographisch fundiertes Verständnis des britischen Neopaganismus zu entwickeln, ist die Verflechtung von Werten, Bedeutungen und der Umwelt zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit geworden. Durch die Analyse affektiver Begegnungen in spezifischen Umwelten (menschlich und nicht-menschlich) konnte Franz Graf zeigen, dass das Streben nach einem "guten Leben" vor dem Hintergrund aktueller ökologischer Herausforderungen zu verstehen ist. Über die analytische Unterscheidung zwischen "Natur" und "Kultur" (und den damit verbundenen Dichotomien) hinausgehend, trug seine Dissertation zur anthropologischen Erforschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen im Allgemeinen bei (2017, mit Auszeichnung).

Franz Graf entwirft derzeit ein Forschungsprojekt zur Performance von Mensch-Nicht-Mensch Beziehungen, das ethnographisch im Bereich der österreichischen Umweltbewegung angesiedelt ist. Ziel dieses Projekts ist es, die Herstellung und Dekonstruktion von "Natur" und "Kultur" in der Verstrickung mit Identitätspolitik zu beleuchten. Er wendet seine Aufmerksamkeit explizit von phänomenologischen und praxeologischen Aspekten auf Fragen der Macht und sozialen Differenzierung. Dabei wird analysiert, wie multiple Zugehörigkeiten durch die situierte und verkörperte Performance von bestimmten Orten ermöglicht und behindert werden.

Darüber hinaus arbeitet Franz Graf mit der Abteilung für kulturelle Bildung des Weltmuseums Wien zusammen, um Besucherprogramme für die ethnographische Sammlung zu entwickeln und umzusetzen.

Ausgewählte Publikationen

  • Im Erscheinen. Die Suche nach dem „Guten Leben“: Mensch-Umwelt-Beziehungen bei "Pagans" und "earth lovers" in Südwestengland. Reimer: Berlin.
  • 2019, in Druck. Ritualisierung - Mediatisierung - Performance. Wien: Vienna University Press. (mit Martin Luger und Philipp Budka).
  • 2019, in Druck. „Ein Leben scannen“: Fragmentarische Retrospektive von und auf Manfred Kremser. In M. Luger, F. Graf, P. Budka (Hg.), Ritualisierung - Mediatisierung - Performance. Wien: Vienna University Press. (mit Manfred Kremser und Gertraud Seiser).
  • 2018. Stereotype und Perturbationen: Ansätze systemisch-ökologischer Kritik in der späten Moderne. Systemische Notizen, 18(2), 14-18. (mit Martin Luger).
  • 2017. Emerging animistic socialities? An example of transnational appropriation of curanderismo. In A. Hardon & B. Hadolt (Hg.), New Socialities in 21st Century Health Care. Amsterdam: Amsterdam University Press, 25-41.
  • 2013. „Ich bin keine Mexikanerin, aber ich bin Mexica“: Über die Aneignung einer mexikanischen Heilpraxis im Umfeld von Revitalisierung und internationaler Verbreitung. In V. Futterknecht, M. Noseck-Licul & M. Kremser (Eds.), Heilung in den Religionen: Religiöse, spirituelle und leibliche Dimensionen. Vienna: Lit-Verlag, 467-483.

Konferenzbeiträge (Auswahl)

  • "'What we know of aliveness': Modern Paganism, Environmental Illness and More-than-Human Subjectivity". Medical Anthropology at Home (MAAH) Konferenz "Subjectivities and afflictions: Agency, health systems and the politics of/for life" organisiert von Àngel Martínez-Hernáez, Lina Masana und Josep M. Comelles, Universita Rovirai Virgili (URV), Tarragona, Spanien, 20.10.2018.
  • "Ecological Subjectivity and the Search for Truth in a More-than-Human World". Konferenz der International Society for Religion, Literature and Culture (ISRLC) "The place of truth", Panel "Ecotheologies: Culture, Nature and Religion" organisiert von Anna Fisk, Universität Uppsala, Schweden, 29.09.2018.
  • "'Loving the Earth': Britische Pagans und die Schaffung von Zugehörigkeit in einer mehr-als-menschlichen Welt". Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) "Zugehörigkeiten: Affektive, moralische und politische Praxen in einer vernetzen Welt", Panel "Mensch-Umwelt Beziehungen in einer heterodox-vernetzten Welt" organisiert von Carsten Wergin und Rebecca Hoffmann, FU Berlin, Deutschland, 7.10.2017.
  • "Earth based spiritualities as a resource for sustainable human-environment relations? An example of neo-Pagans in and around Bristol/UK". Summer School Workshop "Religion as Resource: Local and Global Discourses", Panel "Sacred landscape reconsidered" organisiert von Jonathan Miles-Watson und Pamela Klassen, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland, 20.07.2014
  • "'It is an illusion that you are separated from everything that is around you': Animistic rhetoric or dwelling in a living environment?" Konferenz der Sociology of Religion Study Group (SocRel) "Material Religion", Panel "Nature and Landscape" organisiert von Marion Bowman, Durham University, UK, 9.04.2013.
  • "Engaging with a More-than-Human World: Contemporary Animic Practices as Critique of Modernity?" Konferenz der European Association of Social Anthropologists (EASA) "Uncertainty and disquiet", Panel "Challenging religiosity in an uncertain Europe: the role of 'New Spirituality'" organisiert von Eugenia Roussou und Katerina Ferkov, Université Paris Ouest Nanterre La Défense, Frankreich, 11.07.2012.
  • "Engaging with a More-than-Human World: Curandersimo and ,New' Animism". Medical Anthropology at Home (MAAH) Konferenz "New Socialities and Subjectivities in Health Care in the 21st Century" organisiert von Bernhard Hadolt und Anita Hardon, University of Amsterdam, Niederlande, 23.06.2012.
  • "Tradition ist Medizin: Lernen und Weitergabe von therapeutischen Praktiken in der mexikanischen Heilkunde". Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) "Kulturelle Aneignungen: Anpassung - Anverwandlung - Camouflage", Panel "Rituale als kulturelle Ressource" organisiert von Karin Polit, Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland, 2.10.2009.