Tote Körper zwischen Nutzen und öffentlichem Ärgernis

05.11.2018

Ethische, politische, kulturelle Überlegungen zum Umgang mit menschlichen Überresten

07.-08.11.2018

IKSA | Weltmuseum Wien

Heutzutage verschwinden Menschen nach ihrem Tod immer mehr aus dem Blickfeld, werden schnell verdrängt oder unsichtbar. Doch die Faszinationskraft der toten Körper ist nicht verschwunden. Sie verlagert sich mehr in die Populärkultur oder in Ausstellungen wie von Hagens‘ „Körperwelten“. Während die „tägliche Leiche“ zum Abendessen im TV schon lange fixer Bestandteil der Alltagskultur ist, werden gleichzeitig in Museen und Sammlungen, gerade in ethnographischen Museen, (koloniale) Sammlungen mit menschlichen Überresten immer mehr der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Diesem Widerspruch geht diese Tagung nach. Mediziner, Anthropologen, Historiker, Ethnologen und Archäologen widmen sich der Frage, warum die Verwendung toter Körper nicht in allen Kontexten entrüstet und was die Qualität menschlicher Überreste nun tatsächlich ausmacht. Angesichts der großen interkulturellen Unterschiede im Umgang mit den Toten, stellt sich die Frage: Wann und warum werden viele Menschen nach ihrem Tod „unsichtbar“ gemacht? Welchen Status erlangen Tote? Unter welchen Umständen werden Tote zu (musealen) Objekten? Darf man tote Menschen ausstellen? Wann und wie kann man Tote ausstellen? Wie könnte ein guter Umgang mit ihnen sein?

Veranstalter:            

  • Claudia Augustat, Weltmuseum Wien
  • Igor Eberhard, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
  • Estella Weiss-Krejci, OREA-Institut, ÖAW (HERA-DEEPDEAD Projekt)

Veranstaltungsort:

07.11.2018:
HS-A, IKSA

08.11.2018:
Weltmuseum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien, WMW-Forum

Eintritt frei

Anmeldung bis 3. November erbeten unter:
estella.weiss-krejci@oeaw.ac.at

Der Stein des Anstoßes, Weltmuseum Wien Foto: © KHM-Museumsverband
Der Stein des Anstoßes, Weltmuseum Wien Foto: © KHM-Museumsverband