Ilona Grabmaier, BA MA

Doktoratskolleg Galizien / FWF Stipendiatin

Kontakt

Doktoratskolleg Galizien
Campus der Universität Wien, Spitalgasse 2, 1090 Wien
(Hof 1, Eingang 1.11., im Durchgang zu Hof 7)

Postadresse: Philologisch-kulturwissenschaftliches SSC,
Doktoratskolleg Galizien, Spitalgasse 2, Hof 1.9., 1090 Wien

E-Mail: ilona.grabmaier@univie.ac.at

Kurzbiographie

Ilona Grabmaier studierte in Wien Kultur- und Sozialanthropologie. Nach ihrem Studium war sie u.a. als freie Projektmitarbeiterin und als Lehrbeauftragte am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien tätig. Seit März 2016 ist sie Kollegiatin im Doktoratskolleg Galizien. Fragen nach sozialer (Un)-Gleichheit und Sicherheit im Spannungsfeld von Politik, Geschlechterverhältnissen, Sorgepraktiken und post-sozialistischer Transformation stehen im Zentrum ihres aktuellen Forschungsinteresses.


Dissertationsprojekt

Daheimgeblieben. Männer, Kinder und Alte im Kontext weiblicher Arbeitsmigration in der Westukraine.

Betreuerin: Tatjana Thelen

Seit den beginnenden 2000er Jahren verlassen im Zuge zunehmender Armut und Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit einer vermeintlichen „Care-Krise“ im Westen immer mehr Frauen aus ländlichen Gebieten die Westukraine, um als Pflegekräfte und Haushaltshelferinnen in Mittel- und Südeuropa zu arbeiten und so zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Ihre Kinder und Familien lassen sie dabei häufig in der Ukraine zurück. Während die Situation von Arbeitsmigrantinnen in den Empfängerländern und deren Bemühungen, transnationale Care-Beziehungen mittels unterschiedlicher Formen des Austausches aufrecht zu erhalten, ethnografisch relativ gut erforscht sind, wissen wir bislang noch sehr wenig darüber, wie sich die (Arbeits)-Migration von Frauen und ihre Abwesenheit in ihren Rollen als Mütter, Ehefrauen und Töchter auf die daheimgebliebenen Familienangehörigen auswirken. Aufbauend auf anthropologischen Ansätzen im Schnittfeld von Care, Kinship und Gender steht daher die ethnografische Untersuchung der Situation der daheimgebliebenen Väter, Kinder und Großeltern, deren Beziehungen zu den emigrierten Frauen und den Effekten der Emigration von Frauen und deren (neue) Rolle als Versorgerinnen ihrer Familien auf Care-Praktiken, lokale Vorstellungen von Verwandtschaft und Familie, Geschlechterverantwortlich-keiten und Zugehörigkeiten im Mittelpunkt meines Dissertationsvorhabens.