Marlene Persch, BA MA

sowi:docs Stipendiatin

Kontakt

Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
Universitätsstraße 7, 1010 Wien
NIG, 4. Stock
Raum: D0418

E-Mail: marlene.persch@univie.ac.at

Mitglied der Forschungsgruppe CaSt:
https://www.univie.ac.at/cast/members/marlene-persch/

Forschungsschwerpunkte

  • Anthropologie des Staates
  • Bürokratien und staatliche Institutionen
  • Gefängnisethnographie
  • Transformation und Staatsbewusstsein
  • Care
  • Ghana

Kurzbiographie

Marlene Persch hat Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Wien studiert. Seit 2020 ist sie Sowi:Docs Fellow an der Universität Wien. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Anthropologie des Staates, anthropologische Debatten zur Sorge und Gefängnisethnographien. Für ihre Masterarbeit führte sie Feldforschung in einem Gefängnis in Ghana durch, wobei der Schwerpunkt auf Sorgebeziehungen lag. Wohlfahrtsaspekte im Gefängnis haben ihr Interesse an Bürokratien und staatlichen Institutionen gestärkt.
Derzeit arbeitet sie an ihrem Dissertationsprojekt "Becoming a State Actor: Prison Officer Training in Accra, Ghana", das sich auf die Transformation nicht-staatlicher AkteurInnen in staatliche AkteurInnen bei der Ausbildung von Gefängnispersonal in Ghana und die Förderung des staatlichen Bewusstseins konzentriert.


Dissertationsprojekt

Weberianische Ideale der Neutralität und Loyalität von BeamtInnen sind weltweit verbreitete Bilder, die häufig die Grundlage für einen Mangeldiskurs des öffentlichen Dienstes im globalen Süden bilden. Darstellungen aus einer Mangelperspektive konzentrieren sich häufig auf die sogenannten "informellen" Seiten von Organisationen und darauf, wie die tatsächlichen Praktiken von BeamtInnen von den gesetzlichen Normen abweichen. Mein Doktoratsprojekt zielt darauf ab, die Produktion des Selbstverständnisses staatlicher AkteurInnen zu beleuchten sowie die Beziehung die staatliche AkteurInnen zum Staat während der Ausbildung entwickeln. Während in den Sozialwissenschaften viel Arbeit am Staatsbewusstsein der BeamtInnen geleistet wurde, wurde der Prozess, ein/e staatliche/r AkteurIn zu werden, kaum angesprochen. Bei der Betrachtung der Frage, wie ein einheitliches Ethos hergestellt wird, ist Ghana ein interessanter Fall, der untersucht werden muss, da bestehende Untersuchungen mit BeamtInnen (einschließlich meiner eigenen) gezeigt haben, dass ghanaische BeamtInnen trotz unterschiedlicher Zugehörigkeiten (ethnisch, religiös, sprachlich) ein starkes Engagement für das "Wohl der Nation" zeigen. Da das Gefängnis ein wichtiger Teil des Staates ist, betrachte ich die Entwicklung von Normen und Werten bei der Ausbildung des ghanaischen Gefängnispersonals. Mein Projekt kombiniert anthropologische Ansätze zum Staat, damit verbundene Debatten zur Bürokratie und dem öffentlichen Dienst sowie Gefängnisethnographien.  


Vorträge (o.ä.)

Publikationen/Projekte/Vorträge:

  • 2020 (verschoben 2021). "Sorge & Staat: Sorge-Narrative von OffizierInnen des Jugendgefängnisses in Accra“. Poster am Frobenius Sommersymposium, Goethe Universität Frankfurt a.M., Deutschland.
  • 2019. "Anthropologie und Kritik: Müssen SozialanthropologInnen im öffentlichen Diskurs teilnehmen?“. Ethnosymposium, Ludwig-Maximilians Universität. München, Deutschland, 14. Juni 2019.
  • 2018. "Facetten der österreichischen Grenzproduktion 2015-2017. Brenner – Spielfeld – Bad Radkersburg“ mit Chris Kalwei (Wien) und Milo Strauss (Klagenfurt), DGV, Friedrich-Schiller Universität. Jena, Deutschland, 2. Juni 2018.
  • 2018. “How the ‘Zillertaler Trachtenwelt’ became a border. Materialization of Border Processes at the Brenner in Tyrol” Vortragseinladung vom ROR-n Netzwerk, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Wien, Deutschland, 20. März 2018. www.ror-n.org/ours.html

 

Organisierte Workshops:

  • 2021. Workshop “13. DoktorandInnenworkshop für ethnographische Forschung“ Organisation des ethnodoks* Workshop mit Milo Strauss (Klagenfurt). Universität Wien, 4.-6. Juni 2019, Wien. ethnodoks.wordpress.com