Mag. Christof Lammer, Bakk.

Research Fellow
Abschlussstipendium der Universität Wien

Fellow der ZiF-Forschungsgruppe 'Verwandtschaft und Politik', Universität Bielefeld, Deutschland

Erreichbarkeit

Neues Institutsgebäude (NIG), 4. Stock
Universitätsstrasse 7
Zi.-Nr.: B 0406
A-1010 Wien
Tel.: +43-664-5261247
E-Mail: christof.lammer@univie.ac.at

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Kurzbiographie

Christof Lammer studierte Kultur- und Sozialanthropologie sowie Sinologie an der Universität Wien, der Universität Tianjin und der Volksuniversität in Beijing. Von 2013 bis 2017 war er Universitätsassistent (prae-doc) am Fakultätszentrum für Methoden in den Sozialwissenschaften (Schwerpunkt Ethnographie) und am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Derzeit ist er mit einem Abschlussstipendium der Universität Wien Research Fellow an diesem Institut sowie Fellow der ZiF-Forschungsgruppe 'Verwandtschaft und Politik: Eine konzeptionelle Trennung und ihre epistemischen Folgen in den Sozialwissenschaften' an der Universität Bielefeld (bis Juli 2017). Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der politischen und ökonomischen Anthropologie sowie in den Peasant und Agro-Food Studies mit einem regionalen Fokus auf China.

Aktuelle Publikation

Dissertationsprojekt:

"Enactments of participation: Performing state, civil society and family in an ‘ecological village’ in China"

Betreuerin: Tatjana Thelen

Sein Dissertationsprojekt befasst sich mit der Transformation von Staatsverhältnissen im Kontext ländlicher Entwicklung in China. Die Arbeit beruht auf einer einjährigen ethnographischen Feldforschung in einem selbsternannten ‘ökologischen Dorf’ in der Provinz Sichuan und dem verbundenen Lebensmittelnetzwerk. Die Dissertation untersucht wie Akteure globalisierte Ideen der ‘Neuen Bewegung zum ländlichen Aufbau’ wie Partizipation, Gemeinschaft, Kooperation und Nachhaltigkeit, sowie staatliche Kampagnen zum ‘Aufbau neuer sozialistischer Dörfer’ und zum ‘Aufbau einer ökologischen Zivilisation’ in lokale Praktiken übersetzen. In dieser ‘Stategraphy’ – einem ethnographischen Zugang zum Staat – wird die Frage bearbeitet, wie Performances von ‘Partizipation’ beeinflussen, welche Art von ‘neuem ländlichen Raum’ in China entsteht. Nachdem Partizipation in den 1990er Jahren zum Modewort in die globale Entwicklungsindustrie geworden war, wurde zunehmend die Lücke zwischen Rhetorik und Realität von Partizipation kritisiert. Solche Bewertungen von Partizipation als entweder ‘authentisch’ und ‘spontan’, weil ‘von unten’, oder als ‘manipuliert’ und ‘geplant’, weil ‘von oben’, basieren häufig auf einer angenommenen Dichotomie zwischen Staat und Gesellschaft und einem vorausgesetzten Unterschied zwischen dem ‘demokratischen Westen’ und dem ‘autoritären/totalitären Osten’. Dementgegen wird in dieser Stategraphy erforscht, wie Grenzen zwischen ‘Staat’ und ‘Zivilgesellschaft’ gerade in diesen Performances von Partizipation ausgehandelt, konstruiert und aufgelöst werden. Ein Fokus auf diese Grenzziehungsprozesse ist wichtig um zu verstehen, wie der Staat reproduziert und transformiert wird, wenn Beamte und andere Bürger*innen das Ökologische, Sorge/care und Bürokratie in China inszenieren.

Forschungsbereiche:

Politische Anthropologie: Anthropologie des Staates und sozialer Bewegungen
Ökonomische Anthropologie
Anthropologie der Entwicklung
Peasant Studies und Agro-Food Studies
Anthropologie Chinas, Sinologie: ländliches China
Ethnographie, Methoden und Wissenschaftsphilosophie

Frühere Positionen

2016-2017: Universitätsassistent (prae-doc), Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
2013-2016: Universitätsassistent (prae-doc), Fakultätszentrums für Methoden der Sozialwissenschaften, Universität Wien

Akademische Ausbildung


seit 2012: Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Kultur- und Sozialanthropologie), Universität Wien (Betreuerin: Tatjana Thelen)
2005-2012: Diplomstudium Kultur- und Sozialanthropologie, Uni Wien
2004-2009: Bakkalaureatsstudium Sinologie, Uni Wien

Chinaaufenthalte


ethnographische Feldforschung:

  • in der Provinz Sichuan (Affiliation an der Chinesischen Volksuniversität, Beijing, Sept. 2015 bis Sept. 2016)
  • in Beijing und den Provinzen Hebei, Henan, Shanxi und Sichuan (Sept. bis Nov. 2013)
  • in der Provinz Henan (März bis Juli 2011)

Sprachstudium an der Universität Tianjin (August 2006 bis Juli 2007)

Vorträge

  • “Distancing the entangled state: Performances of peasant participation in a food network in China”. Workshop “China and Chinas: the many faces of the nation state” organisiert von Jean-Baptiste Pettier und Roberta Zavoretti, Universität zu Köln, Deutschland, 27.07.2017.
  • “Intervening by upholding the state/family-split: Participation in an NGO’s ‘rural community education’ for China’s ‘left-behind children’”. ZiF Summer School “Kinship and Politics. Undoing the Boundaries”, ZiF Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld, Deutschland, 03.07.2017.
  • “Reworking state boundaries through performances of care”. Werkstatt Serie, organisiert von Chris Hann, Max Planck Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale), Deutschland, 13.06.2017.
  • “Peasant friends, greedy entrepreneurs and corrupt officials? Caring for food safety in China”. 14. Konferenz der European Association of Social Anthropologists (EASA): “Anthropological legacies and human futures”, Panel “Cross-cutting care and care across cuts: dimensions of care in contexts of crisis and social change” organisiert von Antónia Pedroso de Lima und Rosie Read, Mailand, Italien, 22.07.2016.
  • “Avoiding to offend others: ‘democratic’ participation in rural governance in China”. 3rd Vienna Ethnography Laboratory, “Practices of Bureaucracy and State Practices. Power, Interaction, Exclusion” organisiert von Tatjana Thelen, Birgit Sauer und Wolfram Schaffar, Universität Wien, Österreich, 10.06.2016.
  • “Peasant friends and State certification: Negotiating boundaries on the way to food safety in China”. Workshop “Chinese Capitalism in the World System: New Perspectives” organisiert von Felix Wemheuer, Global South Studies Center, Universität zu Köln, Deutschland, 12.12.2015.
  • “Being the crisis of someone else: Chinese ‘peasants’ as objects of transformation”. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) “Krisen: Re-Konfigurationen von Leben, Macht und Welt”, Marburg, Deutschland, 02.10.2015.
  • “Co-production beyond ‘alternative’ food networks”. STS Conference Graz 2014 “Critical Issues in Science and Technology Studies”, Graz, Österreich, 05.05.2014.
  • “Relocating Capitalism and Reproducing Inequalities: Unintended Outcomes of Experiments with Cooperation in Post-Mao Rural China”. IAMO Forum 2013 “Rural Areas in Transition”, Halle (Saale), Deutschland, 20.06.2013.
  • “Imagined Cooperatives: Eine Ethnographie über Kooperation und Konflikt in Projekten zum neuen ländlichen Aufbau in einem chinesischen Dorf“. Gastvortrag in der Vorlesung “Einführung in die ökonomische Anthropologie” von Gertraud Seiser, Universität Wien, Österreich, 21.01.2013.

Lehre

SoSe 2016: PS Qualitative Forschungsmethoden (Ethnographie)
WiSe 2015/16: VS ‘Bauern’ in der Globalisierung: anthropologische Perspektiven
SoSe 2014: PS Qualitative Forschungsmethoden (Ethnographie), mit Tatjana Thelen

Preise und Auszeichnungen

2017: Abschlussstipendium der Universität Wien
2014-2015: Stipendium des Chinese Scholarship Council für Ländliche Studien in China
2014-2015: Marietta Blau Stipendium des bmwfw
2011: Stipendium der Uni Wien für kurze wissenschaftliche Arbeiten im Ausland (KWA)
2006-2007: Stipendium des Chinese Scholarship Council für Sprachstudium in China
2005, 2006, 2007: Leistungsstipendien der Universität Wien

Mitgliedschaften

EASA (European Association of Social Anthropologists)
DGV (Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde)

Sprachen

Deutsch, Englisch, Chinesisch