Nachbarschaft im Wandel

Einflussfaktoren auf nachbarschaftliches Zusammenleben und Schlussfolgerungen für die Planung im Wohnbau  - Eine qualitative Studie

Das rasante Bevölkerungswachstum der Stadt Wien geht mit mehreren Entwicklungen einher. Wien ist eine fluktuierende Stadt geworden, aufgrund der einzigartigen Grenzlage noch stärker als andere Europäische Metropolen. Das ist nicht zuletzt auf veränderte Arbeitsbedingungen zurückzuführen und die damit verbundene Mobilität, die zu immer kürzeren Aufenthalten führt. Die Veränderung der Arbeitswelt steht im Einklang mit der Digitalisierung, sowie mit dem Wandel und der Vervielfältigung der Lebensstile. Diese und andere Entwicklungen stellen die Planung im Wohnbau vor immer neue Aufgaben. In Wien wurden in den letzten anderthalb Jahrzehnten viele Wege und Strategien erprobt, um sich den Herausforderungen, nach dem Prinzip der Sozialen Nachhaltigkeit, zu stellen.

Im Angesicht der Entwicklungen und der erprobten Ansätze stellt sich daher die Frage, was dies für das Zusammenleben in Wohngebieten bedeutet, die seit Anfang der 2000er Jahre in Wien entstanden sind. Das Projekt sieht die exemplarische Untersuchung von Monte Laa vor, einem Stadtteil mit seit einigen Jahren besiedelten, geförderten Wohnbauten aus verschiedenen Generationen, dessen Wachstum noch nicht abgeschlossen ist. Vor diesem Hintergrund geht das Forschungsprojekt drei Fragen nach:

  • Wie hat sich das nachbarschaftliche Zusammenleben im Stadtteil Monte Laa bislang entwickelt und in welchem Zusammenhang steht dies mit erprobten Planungsmaßnahmen?
  • Wie beeinflussen sich das Zusammenleben bzw. die Planungsmaßnahmen und erkennbare Bevölkerungsfluktuationen im Stadtteil?
  • Welche Schlüsse können daraus für die Planung weiterer geförderter Neubauten gezogen werden, insbesondere in Bezug auf das Gemeinschaftsleben bzw. auf die soziale Nachhaltigkeit als Planungskriterium?

In der Erforschung von Stadt- und Wohnräumen ist die sozial-räumliche Analyse üblich. Das Projekt will gezielt die zeitliche Analyse des Nachbarschaftslebens in den Mittelpunkt stellen. In Sinne einer vertieften qualitativen Analyse, wird auf 2011 zum selben Stadtteil gesammeltes, empirisches Material Bezug genommen, etwa in dem dieselben Personen interviewt werden. So sollen Veränderungsprozesse sichtbar nachvollzogen werden.

Hard Facts

Projektdauer: April 2018 - Jänner 2019

Finanzierung: Wiener Wohnbauforschung, MA 50, Referat Wohnbauforschung und internationale Beziehungen

Projektleitung: Daniele Karasz


Nunataryuk

Die meisten menschlichen Aktivitäten in der Arktis finden entlang den Küsten mit Permafrostböden statt. Diese Küsten sind zu einem der dynamischsten Ökosystemen der Erde geworden. Durch das Auftauen des Permafrosts sind diese Küsten einem raschen Wandel ausgesetzt. Die Veränderungen bedrohen die reiche Biodiversität, üben Druck auf die Gesellschaft aus und tragen zur Verletztbarkeit des globalen Klimasystems bei. NUNATARYUK ist ein Horizon2020-Projekt, das darauf abzielt, die Auswirkungen des Auftauens von Küsten- und Unterwasser-Permafrost auf das globale Klima zu ermitteln und zielgerichtete und mitgestaltete Anpassungs- und Mitigationsstrategien für die arktische Küstenpopulation zu entwickeln. Das Projekt bringt ForscherInnen verschiedener Disziplinen zusammen und die Universität ist eine von 26 im Projekt involvierten Partnerinstitutionen. ForscherInnen des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie sind an den Arbeitspaketen 9: Adaptation and Mitigation (Anpassung und Minderung) [nunataryuk.org/science/work-packages/wp9-adaptation-and-mitigation] und 7: Natural Resources, Economy and Coastal Community Planning (Naturressourcen, Wirtschaft und Gemeindeplanung) [https://www.nunataryuk.org/science/work-packages/wp7-natural-resources-economy-and-coastal-community-planning] beteiligt. Arbeitspaket 9 untersucht Anpassungs- und Minderungsstrategien in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandel und des auftauenden Permafrosts und zielt in einem zweiten Schritt darauf ab, das in anderen Arbeitspaketen zusammengetragene Wissen zu integrieren, um die Entwicklung von Anpassungs- und Minderungsstrategien zu unterstützen. WP 7 zielt darauf ab, neue Datensätze über den sozioökonomischen Status arktischrn Küstenzonen zu erstellen, einschließlich neuer Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel, und um einen Rahmen für Ressourcenmanagement im Kontext von tauendem Permafrost zu entwickeln. Feldforschung wird in Kanada, Svalbard, Grönland und Russland durchgeführt.

Hard Facts

Projektdauer: 2017 - 2022

Finanzierung: EU Horizon 2020, BG-2017-1

Projektleitung: Peter Schweitzer

MitarbeiterInnen: Susanna Gartler, Alexandra Meyer

Webseite: nunataryuk.org


Configurations of “remoteness” (CoRe) - Entanglements of Humans and Transportation Infrastructure in the Baykal-Amur Mainline (BAM) Region

The Arctic and Subarctic have gained a surprising amount of attention in recent years. What used to be the ‘remote’ backwaters of global economic and political currents has morphed into a new frontier of geopolitics, resource extraction, and developmental designs. New transportation infrastructure often plays a critical role in the transformation of ‘remoteness’. The effects of new transportation infrastructures – accessibility, the shrinking of social and physical distance, the increased speed of connection – are not uncontested. On the one hand, those for whom ‘remoteness’ has been an asset, are often among the opponents of such developments. New transportation infrastructures are often not built to make the lives of local residents easier but to move cargo from point A to point B. Thus, there are ‘winners’ and ‘losers’ of such infrastructural developments.

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Project Duration: July 2015 - July 2020

Funding: FWF

Project Leader: Peter Schweitzer (Scientific Lead)

Project Staff: Alexis Sancho-ReinosoOlga Povoroznyuk, Gertrude Saxinger, Sigrid Schiesser, Christoph Fink (nicht mehr aktiv)

Student Collaborators: Gertraud Illmeier, Ilya Krylov

Website: http://core.univie.ac.at/ 


Ethnographische Datenarchivierung

Forschung in der Kultur- und Sozialanthropologie findet meist im engen persönlichen Kontakt mit den Beforschten statt. Die eigene Person und die eigene Biografie sind immer Teil dieses Prozesses. Ethnographische Forschung stellt hohe Ansprüche an methodische Kenntnisse, aber auch an Reziprozität, Reflexivität und Ethik. Aus diesen Gründen bringen die Archivierung und Nachnutzung von ethnographischen Daten große Herausforderungen pragmatischer, ethischer und rechtlicher Art mit sich – Herausforderungen, denen sich das Pilotprojekt stellt, um eine an die Eigenarten ethnographischer Forschung angepassten Archivierungsstrategie zu entwickeln.

Hard Facts

Projektdauer: Februar 2017 - Februar 2019

Projektleitung: Wolfgang Kraus, Birgit Kramreither, Igor Eberhard

Webseite: http://eda.univie.ac.at/ 


Loslassen – durchstehen – ankommen

Eine transdisziplinäre Studie zur rezenten Situation Geflüchteter in Österreich

Das im Rahmen des ÖAW-“Network for Refugee Outreach and Research” (ROR-n) in Kooperation mit dem Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien durchgeführte Projekt will anhand wissenschaftlich exakter Daten einen Beitrag zu einer Versachlichung der öffentlichen Diskurse über Geflüchtete leisten.

Theorien zu sozialen Netzwerken und zur Ethnizität werden als wichtige theoretische Ansätze herangezogen. Praktisch orientierte Ziele liegen in der Entwicklung von Politikempfehlungen, in umsetzbaren Good-Practice-Maßnahmen für Stakeholder sowie in nachhaltigen Lösungsvorschlägen in unterschiedlichen Integrations-bereichen. Des Weiteren ist intendiert, die Ergebnisse des Projekts in eine Panelstudie über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren einfließen zu lassen.

Methodisch sind rund 100 leitfadengestützte narrative biographische Interviews mit SyrerInnen, IrakerInnen und AfghanInnen durch Native-Speaker in Kurdisch, Arabisch und Farsi-Dari geplant, Großteils in Wien, aber auch in einigen kleineren österreichischen Gemeinden. Fokusgruppendiskussionen und ein Sample von ExpertInneninterviews mit VertreterInnen aus Politik und Administration, RepräsentantInnen werden das Datenset vervollständigen. Zusätzlich befassen sich mehrere Masterarbeiten von Studierenden der KSA mit den besonderen Herausforderungen der Integration von Flüchtlingen und AsylwerberInnen in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem in Österreich.

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Projektdauer: März 2017 - Februar 2019

Finanzierung: Innovationsfonds der ÖAW

Projektleitung: MMag.DDr. Josef Kohlbacher (Institut für Stadt- und Regionalforschung, ÖAW), Mag.Dr. Maria-Anna Six-Hohenbalken (Institut für Sozialanthropologie, ÖAW) und Mag.Dr. Gabriele Rasuly-Paleczek (IKSA)

Mitarbeiterinnen: Sabina Bauer-Amin, MA (ISA), Dr. Leonardo Schiocchett (ISA), Dr. Marie Lehner, BA (Institute for Urban and Regional Research, Mag.Dr. Ursula Reeger (ISR) und Mona Röhm, MA (ISR)


Gangs, Brands and Intellectual Property Rights: Interdisciplinary Comparative Study of Outlaw Motorcycle Gangs and Luxury Brands

In 2010, Hells Angels Motorcycle Club, the most famous and most powerful outlaw motorcycle club in the world, operating in more than fifty countries across the world, sued Alexander McQueen, the iconic fashion designer, for trademark infringement. This case brought to light the Hells Angels obsession with protection of their intellectual property, an obsession that has since the 70s slowly spread across the world of outlaw motorcycle clubs at large. The fact that the most notorious and self-proclaimed outlaws take recourse to the very law they attempt to disregard raises questions about the nature of the encounters across the legal and illegal as well as of the strategic use of legal protection afforded by, for instance, the trademark law. The project aims at understanding the ways in which outlaw motorcycle clubs use the law and legal businesses to further their interests and acquire power across the spaces of legality and illegality. The project will specifically focus on outlaw motorcycle clubs in central Europe (Austria, Czech republic and parts of Germany) and will utilize ethnographic and historical research, combined with media and legal analysis.

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Project Duration: August 2016 – September 2018 (as Senior Visiting Researcher)

Project Leader: Tereza Kuldova

Website: https://www.tereza-kuldova.com/projects


Placing Memories: Ageing labour migrants in Vienna

Austria’s so-called “guest workers” (Gastarbeiter), who immigrated from former Yugoslavia and Turkey in the 1960s and 1970s, are now reaching retirement age. In Vienna, where the majority of them have settled, one-third of the population 55 years and older will soon be first-generation migrants. Although these labour migrants have shaped Vienna for more than half a century, their histories and vital contribution to Austria’s post-WWII economic success are not collected and commemorated (e.g. in memorials, street names) and have not become a part of Austria’s national collective memory. By locating and analysing ageing labour migrants’ memory places, this study explores how these histories are remembered outside of national commemoration practices.

This study will probe into the nature of mnemonic practices in an ethnically diverse context and will explore the role of place as a mnemonic device in the context of migration, ageing and multi-locality. Thus, this study on ageing migrants facilitates a discussion of memory, migration, and place – three research fields that have not yet been systematically studied in their interrelation. This is achieved via a mix of innovative qualitative methods including memory-guided city walks, semi-structured narrative interviews and participant observation. The ageing labour migrants’ memory places are expected to inherit a transnational dimension reflecting the migrants’ mobility and their multi-locale past. In order to capture this transnational dimension in its full capacity, I will accompany a select number of informants to their country of origin. This approach penetrates the still-persistent concentration on memory and place within a tight national framework. This study will trigger novel empirical findings on ageing labour migrants and will provide ample opportunity for developing theoretical insights in the interdisciplinary fields of migration studies, memory studies, anthropology of ageing and the intersection of said fields.

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Project Duration: Juli 2015 - Juli 2018

Funding: Austrian Science Fund, FWF-T 702

Project Leader: Monika Palmberger


Integrationsverläufe Asylberechtigter und subsidiär Schutzberechtigter aus Afghanistan in Österreich

Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab den Wertewandel und die Veränderungen der Erwartungshaltungen von Asylberechtigten aus Afghanistan im kontextuellen Verlauf ihrer sozialen und strukturellen Integration in die österreichische Gesellschaft und deren Systeme (Bildungssystem, Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt etc.) zu analysieren. Untersuchte Zielgruppe sind afghanische Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte in Wien, NÖ und OÖ; über-18-jährige ehemalige UMF inkludierend, mit divergierender Aufenthaltsdauer, unterschiedlichem ethnisch-konfessionellem Background sowie nach soziodemographischen Variablen (Alter, Bildungsniveau) breit aufgefächert.

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Projektdauer: März 2017 - Mai 2018

Finanzierung: BMEIA

Projektleitung: MMag.DDr. Josef Kohlbacher (Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW) und Mag. Dr. Gabriele Rasuly-Paleczek (IKSA)

MitarbeiterInnen: Marie Lehner, BA (Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW) und Doris Friedrich, BA (IKSA)